Sich unterwegs zu Hause fühlen: Worauf es wirklich ankommt

joi designer interview
JOI-Design Gründer Peter Joehnk und seine Frau Corinna Kretschmar-Joehnk haben die WOHNIDEE-Suiten konzipiert
Foto: Deco&Style Experts/ Angelika Lorenzen für IPDesign

Wohnidee-Suiten: Interview mit den Architekten

Was macht eigentlich ein gemütliches Hotelzimmer aus? Die Profis vom Architekturbüro JOI-Design erklären, worauf es wirklich ankommt.

Mit der Neugestaltung der Suiten im Kölner „Radisson Blu“ verleihen die Visionäre von JOIDesign der Individualität des Gastes Ausdruck. Das Ziel war, drei möglichst unterschiedliche Stile umzusetzen – und dabei jeweils ein trendorientiertes, zukunftsweisendes Ambiente zu schaffen.

Was unterscheidet eigentlich die Ausstattung eines Hotels von der Einrichtung eines Privathauses?

Beim privaten Wohnraum berücksichtigen wir Architekten natürlich die Vorlieben des Bewohners. Gibt es Sammlungen, die ihren Raum einfordern? Im Hotelzimmer sind Accessoires fast immer, allein aus praktischen Gründen wie der Reinigung, fehl am Platz.

Sie haben sich 1984 auf „Hospitality Design“ spezialisiert. Hat sich der Anspruch des Gastes an sein Hotelzimmer im Laufe der Zeit gewandelt?

Unbedingt. Das Wohnen zu Hause und der Aufenthalt im Hotel verschmelzen immer mehr. Die Menschen sind mobiler, öfter und länger auch beruflich unterwegs. Der Gast wünscht sich heute einen privaten Rückzugsort mit persönlichem Ambiente.

Das Kölner „Radisson Blu“ ist in erster Linie ein Business-Hotel. In die Suiten werden also vorrangig Geschäftsreisende einziehen. Was bedeutete das für Ihre Überlegungen und Planungen?

Zunächst einmal möchten wir besonders dem Vielreisenden ein Zuhause auf Zeit schaffen. Andererseits ist seine Verweildauer meist viel kürzer als üblicherweise in einem Urlaubsressort. Der Raum muss sich ihm daher sofort erschließen. Wer nur eine Nacht im Hotel verbringt, möchte sich nicht erst mit komplizierter Technik vertraut machen müssen.

Sind technische Finessen deshalb tabu?

Ganz und gar nicht. Unsere Suiten verfügen über hochmoderne Dusch-WCs. In der „Urban Retro“-Suite haben wir einen Elektrokamin eingebaut, und in allen Suiten gibt es Spiegel mit integriertem TV Monitor. Unsere Erfahrung ist viel mehr, dass sich die Gäste im Hotel inspirieren lassen und innovative Neuheiten dann später im privaten Wohnraum Einzug halten.

Hatten Sie bei Ihren Planungen einen bestimmten Typ Bewohner im Kopf?

Absolut. „Natural Bliss“ ist sicher die femininste der drei Suiten. Die hellen Farben und die natürlichen Materialien tragen einem gesundheitsbewusstem Leben Rechnung. Wir haben uns eine berufstätige Frau vorgestellt, die sich trotz vollen Terminkalenders auf sich besinnt. Das Meditationsprogramm des Audio Systems und die Wanddekoration in Bananenblatt-Optik stehen hier stellvertretend für das Gesamtkonzept.

Wer ist der „Urban Retro“-Typ?

Auf jeden Fall ist er designinteressiert. Vielleicht erkennt er in dem 50er- und 60er-Jahre-Look Wohnwelten von früher oder er ist so jung, dass er den Stil zum ersten Mal entdeckt.

Und wer fühlt sich im Ambiente des „Bohemian Loft“ wohl?

Jemand, der gern zeigt, was er hat, der das Leben genießt und aufgeschlossen für neue Trends ist. Als Inspiration diente das imaginäre Apartment eines Rockstars. Neben einem Plattenspieler inklusive Vinylscheiben gibt es diese verrückten Soundsysteme in Form eines Hunds und eines Totenkopfs. Crazy!

Entspricht die gewählte Suite dem gewohnten Wohnstil zu Hause?

Wir möchten, dass der Gast sich ausprobiert. Wenn er sich wohlfühlt, übernimmt er manche Idee für die eigenen vier Wände. Das empfinden wir dann als Ehre.

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